Die Munichfeis und die Annaberg "Glick aufs"

In Bayern ist man ja sehr stolz auf eine besonders große und originelle Auswahl an Grußfloskeln wie „Grüß‘ Gott“ oder „Grias di“, was dann je nach Region und Anzahl der Personen auch als „Griaß eich“ oder „Griaß eana“ zur Begrüßung formuliert werden kann. Zum Abschied ruft man sich dann gern ein „Pfiardi“, „Pfiar God“ oder „Pfiardeich“ zu, womit man dem anderen einen behüteten und guten Heimweg wünscht. Etwas legerer und städtischer kommt dann noch das „Servus“ sehr häufig vor, welches sowohl zum Abschied als auch zur Begrüßung unter Freunden, Bekannten, Verwandten und Kollegen sehr gängig ist.
Nun haben wir vor einiger Zeit eine Einladung einer Mundartgruppe aus dem Erzgebirge ins schöne Annaberg angenommen, um uns mal über Transformatoren und die Besonderheiten unserer beiden Dialekte auszutauschen. Und da haben wir eine besonders schöne Form der Begrüßung kennengelernt: „Glick auf“, zu hochdeutsch „Glück auf!“ Richtig – dieses ist eigentlich ein Bergmannsgruß, mit dem man sich hier schon seit Jahrhunderten begrüßt. Inzwischen sind zwar schon die meisten Bergwerke geschlossen doch die Begrüßung ist vielerorts geblieben. Der Bergbau ist auch verantwortlich für die Erfindung der Schwibbögen, die einen beleuchteten Stolleneingang darstellen sollen. Eine moderne Form davon ist der Seidel Bogen .
Sehr überrascht waren wir jedoch auch über die Ähnlichkeiten unserer beiden Sprachen. So sagt man auch „Grieß diech“ oder „Grieß eich“, also fast so wie bei uns. Und das kleine Wörtchen „fei“ ist hier auch in aller Munde. Hier wird nur das „ie“ etwas stärker betont und langgesprochen, so dass der bayrische Spruch „Des is fei wos sches“ auf erzgebirgisch „Des ist fei schee“ heißt. Wir hatten also keinerlei Verständigungsschwierigkeiten und probierten vor Ort selbst auch die „Glick aufs“ aus, was uns viel Spaß bereitete.

Hinterlasse eine Antwort